Kürzere Bauzeiten durch High-Tech-Glasscoatings bei Isoliergläsern
Vorspannbaren Sonnen- und Wärmeschutzgläsern gehört die Zukunft.
Moderne Fassadengläser erfüllen hohe Anforderungen bezüglich Sicherheit, und Wärmeschutz. Die verschiedenen Bearbeitungsverfahren, die herkömmlichem Floatglas die dafür erforderlichen Eigenschaften verleihen, führen jedoch häufig zu zeit- und kostenintensiven Logistikprozessen. Die Lösung bieten vorspannbare Glasscoatings, die kurze Lieferzeiten und maximale Flexibilität in der Verarbeitung ermöglichen.
Um höchste Sicherheit zu gewährleisten, müssen Glasfassaden biege-, schlag- und stoßfest, absturzsicher und besonders temperaturbeständig ausgeführt sein. Vor der Weiterverarbeitung zu Isolierglas werden die einzelnen Glasscheiben dafür zunächst durch thermische Vorspannung zu Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) verarbeitet: Das Glas wird stark erhitzt und anschließend schnell abgekühlt. Dabei erkalten zunächst die Oberflächen und etwas verzögert auch der Kern der Scheibe, wodurch im Bauteil dauerhafte innere Spannungen entstehen, die die Bruchfestigkeit gegenüber mechanischer und thermischer Belastung deutlich erhöhen. Diese Vorspannung führt aber auch dazu, dass ESG nicht zerstörungsfrei geschnitten oder geschliffen werden kann. Dabei würde die "eingefrorene" Spannung schlagartig freigesetzt und das Glas in kleine, lose zusammenhängende Einzelstücke zerfallen. Glasbauteile müssen also grundsätzlich schon vor dem Vorspannen exakt zugeschnitten werden.
Ein weiterer Bearbeitungsschritt verleiht dem Glas seine Sonnen- und Wärmeschutzwirkung. Dabei werden hauchdünne Edelmetallbeschichtungen (Coatings) auf die Glasscheibe aufgebracht. Anders als die Vorspann- und Zuschnittprozesse, die nach zeitgemäßer industrieller Logik in der Regel das beauftragte Glasverarbeitungsunternehmen am Bauort durchführt, gehört dieser technisch hochkomplexe Vorgang zum Aufgabenbereich des Glasherstellers bzw. -veredlers. Herkömmliche Glasscoatings sind für die extremen Temperaturen des Vorspannprozesses nicht geeignet – die Hitzeeinwirkung zerstört ihre strahlungsphysikalischen Eigenschaften. Diese Einschränkung in Verbindung mit den verschiedenen Zuständigkeiten bei den einzelnen Verarbeitungsschritten führt zu einer sehr aufwändigen Prozesskette mit vielen Transportwegen und langen Lieferzeiten. Der Glashersteller liefert Floatglas im Bandmaß an den ESG-Betrieb, der die genauen Formate nach Kundenangaben zuschneidet und anschließend thermisch vorspannt. Die ESG-Gläser müssen nun zur nachträglichen Beschichtung in ein Beschichtungswerk gebracht werden, bevor sie wiederum der Verarbeiter zu Isolierglas zusammensetzt und zur Baustelle transportiert.
Vorspannbare T-Coatings für Zeitersparnis und Flexibilität im Bauprozess
Anders die neuen High-Tech-Coatings von Glas Trösch: Diese so genannten T-Coatings werden mit Hilfe des Magnetron-Sputter-Verfahrens aufgebracht und können den späteren Vorspannprozess ohne Beschädigung durchlaufen – die strahlungsphysikalischen Eigenschaften zum Schutz vor starker Sonneneinstrahlung oder Wärmeverlusten bleiben erhalten. Die so beschichteten Gläser erhalten den Namenszusatz "T" für "temperable", also "erhitzbar" und somit vorspannbar. T-Gläser bieten Architekten bessere Planungssicherheit in der Ausführungsphase, indem sie die Lieferzeiten innerhalb der Prozesskette deutlich verkürzen und Flexibilität bei Nachschnitten gewährleisten: Werden spezifische Glasformate beim Glasverarbeiter geordert, kann dieser auf bereits beschichtete Bandmaße zurückgreifen, die sich vor Ort zuschneiden und anschließend durch thermische Vorspannung zu Einscheiben- Sicherheitsglas verarbeiten lassen- das nachträgliche Beschichten entfällt.
Gerade bei Großprojekten ist diese optimierte Prozesskette ein großer Vorteil: Hochhäuser mit vorgehängten Glasfassaden werden üblicherweise geschossweise geschlossen und parallel innen ausgebaut. Hier würden sich Lieferverzögerungen von Glasnachschnitten, die durch Planungsfehler oder Beschädigungen beim Transport oder auf der Baustelle immer wieder benötigt werden, also besonders negativ auswirken, da der Ablauf aller nachfolgenden Gewerke und somit der gesamte Bauprozess gestört würde. Die Folge wären Baustopps oder aufwändige Notverglasungen, in jedem Fall unnötiger Ärger für alle Beteiligten. Kommt zusätzlich der Faktor Entfernung hinzu – beliefert beispielsweise ein in Europa produzierender Glashersteller ein Großbauprojekt im mittleren Osten oder in Asien – ist der Einsatz von vorspannbaren Gläsern unabdingbar.Neben den Vorteilen kurzer Lieferzeiten, flexibler Logistik im Bauprozess und Kosteneffizienz eröffnen vorspannbaren Coatings aber auch neue Anwendungsfelder: Sehr kleine Glaszuschnitte, die beispielsweise bei komplexen Gebäudegeometrien oder außergewöhnlichen Fassadenstrukturen benötigt werden, können nur sehr aufwändig oder gar nicht nachträglich beschichtet werden. Durch Einsatz von T-Glas erübrigt sich dieser Aufwand.
Vielfältiges Anwendungsspektrum durch kontinuierliche Produktentwicklung
Durch intensive Entwicklungsarbeit bietet Glas Trösch mittlerweile ein breites Sortiment an T-Gläsern in den Bereichen Sonnen- und Wärmeschutz. Sonnenschutzgläser SILVERSTAR SUNSTOP T verhindern durch Reflexion der einstrahlenden Sonnenenergie eine übermäßige Aufheizung der Raumluft ohne zu verdunkeln. Sie zeichnen sich durch hohe Selektivität aus, also hohe Lichtdurchlässigkeit bei niedrigem Gesamtenergiedurchlassgrad, und werden bevorzugt in klimatischen Regionen mit starker Sonneneinstrahlung eingesetzt. Je nach Anforderung können sowohl Lichtdurchlässigkeit und Gesamtenergie- durchlassgrad, als auch die optische Außenwirkung – der Street-Appeal – variiert werden. So wirkt SILVERSTAR SUNSTOP Neutral 50 T optisch neutral, während SILVERSTAR SUNSTOP Blau 50 T, SUNSTOP Blau 30 T, SUNSTOP Blau 20 T und SUNSTOP Silber 20 T farbig reflektieren. Das Wärmeschutzisolierglas SILVERSTAR SELKT T kommt mit seinem hohen Wärmeschutz mit integriertem Grundsonnenschutz besonders in gemäßigten Klimazonen wie Mitteleuropa zum Einsatz. Auch das klassische Wärmeschutzglas SILVERSTAR ENplus ist als T-Variante erhältlich. Und die Combigläser SILVERSTAR COMBI Silber 48 T und SILVERSTAR COMBI Neutral 51/26 T schließlich vereinen mit niedrigen Wärmedurchgangskoeffizienten, mittleren Gesamtenergiedurchlassgraden und hoher Tageslichtausnutzung Sonnen- und Wärmeschutz. So reagieren sie beispielsweise auf kalte Nächte und heiße Tage in Wüstenregionen oder auf kalte Winter und heiße Sommer in gemäßigten Breitengraden.
Zeitgemäßem Schichtdesign mit T-Coatings gehört die Zukunft
Fassadengläser mit vorspannbaren Wärme- und Sonnenschutz-Coatings bringen logistische Flexibilität sowie Zeit- und Kostenersparnis im Verarbeitungs- und Bauprozess – ihnen gehört die Zukunft. Sie ermöglichen Verarbeitern einen besseren Service ihren Auftraggebern gegenüber und bieten Architekten Planungssicherheit. Aufgrund der steigenden Nachfrage nach vorspannbaren Coatings für die verschiedensten Anwendungsbereiche entwickelt Glas Trösch kontinuierlich weitere Fassadengläser als vorspannbare T-Variante.

T-Coatings werden in Hochvakuum- Beschichtungsanlagen aufgebracht und können den späteren Vorspannprozess ohne Beschädigung der strahlungsphysikalischen Eigenschaften durchlaufen.

Optimales Raumklima für die Kunst: MUMUTH, das Haus für Musik und Musiktheater der Kunstuniversität Graz, realisierten die Architekten von UNStudio mit SILVERSTAR SUNSTOP Neutral 50 T.

